Der deutsche Markt für Hochwasserversicherungen ist ein integraler Bestandteil des europäischen Marktes, der laut Bericht etwa 20–22 % der globalen Prämien ausmacht und in Europa zu den dominanten Märkten zählt, zusammen mit dem Vereinigten Königreich und Frankreich. Mit einer prognostizierten jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 14–15 % für die Region wird Deutschland, angetrieben durch die robusten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die wachsende Risikowahrnehmung, weiterhin ein bedeutender Treiber sein. Die verheerenden Hochwasserereignisse in Westeuropa im Jahr 2021, die zu den kostspieligsten in der Geschichte der Region gehörten, haben das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer adäquaten Hochwasserversicherung in Deutschland erheblich geschärft und regulatorische Maßnahmen beschleunigt.
Im deutschen Markt agieren sowohl lokale als auch internationale Akteure. Aus der oben genannten Liste sind AXA und Chubb als globale Versicherer mit starker Präsenz in Deutschland relevant, insbesondere im Bereich der privaten und gewerblichen Sachversicherung sowie für vermögende Kunden. Berkshire Hathaway ist über seine Rückversicherungstöchter General Re und BHRG ebenfalls ein wichtiger Partner für deutsche Primärversicherer, die Hochwasserrisiken abdecken. Darüber hinaus prägen etablierte deutsche Versicherungsriesen wie Allianz, Munich Re (als Rückversicherer), Ergo und R+V Versicherung das Marktumfeld, indem sie eine breite Palette an Produkten und Dienstleistungen anbieten, die auf die spezifischen Bedürfnisse deutscher Haushalte und Unternehmen zugeschnitten sind.
Die Regulierung und Standardisierung im deutschen Versicherungsmarkt ist vielschichtig. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überwacht das Versicherungswesen. Europäische Rahmenwerke wie die EU-Hochwasserrichtlinie, die eine Revision nationaler Gefahrenkarten bis 2025 vorschreibt, und die EU-Klimaanpassungsstrategie 2021, die Anpassungsausgaben von 350 Milliarden Euro bis 2030 vorsieht, beeinflussen direkt die Entwicklung von Hochwasserversicherungsprodukten. Das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) bildet die rechtliche Grundlage für Versicherungsverträge in Deutschland. Obwohl Hochwasserversicherungen in vielen Gebieten freiwillig sind, gibt es zunehmend Diskussionen über eine mögliche Pflichtversicherung, insbesondere nach den Ereignissen von 2021.
Die Vertriebskanäle in Deutschland umfassen traditionell ein dichtes Netz von Versicherungsvertretern und Maklern. Ergänzend gewinnen Direktvertriebskanäle, Online-Portale und Bancassurance an Bedeutung, auch wenn der persönliche Beratungsansatz für komplexe Produkte wie Hochwasserversicherungen weiterhin eine wichtige Rolle spielt. Das Verbraucherverhalten ist stark von der jüngsten Hochwassererfahrung geprägt, was die Nachfrage nach umfassendem Schutz steigen lässt. Immobilienkäufer und -besitzer, insbesondere in gefährdeten Gebieten, werden zunehmend von Hypothekengebern und der öffentlichen Debatte dazu angehalten, ausreichenden Versicherungsschutz zu prüfen. Die Nutzung digitaler Technologien und virtueller Assistenten, wie im globalen Bericht beschrieben, ist auch in Deutschland im Vormarsch, um Kundenerwerb und Schadenbearbeitung effizienter zu gestalten.