Das Cloud-Bereitstellungsmodell hat sich als das unbestritten dominante Segment innerhalb der Kernbankensoftware-Landschaft etabliert und erobert einen unverhältnismäßig großen und wachsenden Anteil an neuen Vertragsabschlüssen und Erneuerungszyklen weltweit. Während On-Premise-Bereitstellungen weiterhin traditionelle Einnahmequellen generieren, insbesondere bei großen systemrelevanten Banken mit tief verwurzelten Mainframe-Infrastrukturen, ist der strukturelle Wandel hin zur Cloud unumkehrbar und stellt nun die Standardarchitektur für neue Bereitstellungen über alle Institutsgrößen hinweg dar.
Cloud-basierte Kernbankenlösungen bieten Finanzinstituten ein grundlegend anderes Wirtschaftsmodell im Vergleich zu traditionellen On-Premise-Lizenzierungen. Anstatt erhebliche Vorabinvestitionen in Hardware, Softwarelizenzen und Implementierungsdienstleistungen zu erfordern, arbeiten Cloud-Plattformen mit einem Abonnement- oder verbrauchsabhängigen Preismodell, das fixe Kosten in variable Betriebskosten umwandelt. Für mittelständische Banken und Kreditgenossenschaften, die unter begrenzten Kapitalbudgets agieren, senkt dieses Modell die Hürde für den Zugang zu Kernbankenfunktionen auf Unternehmensebene, die zuvor ausschließlich großen Institutionen vorbehalten waren, erheblich.
Die Skalierbarkeitsdimension der Cloud-Bereitstellung ist ebenso überzeugend. Banken, die in wachstumsstarken Märkten – insbesondere in Südostasien, Subsahara-Afrika und Südasien – tätig sind, benötigen Plattformen, die Millionen neuer Kunden innerhalb kurzer Zeiträume ohne proportionale Infrastrukturinvestitionen aufnehmen können. Cloud-native Kernbankenplattformen, die auf verteilten Microservices-Architekturen basieren, können horizontal auf Transaktionsvolumenspitzen reagieren, eine Fähigkeit, die On-Premise-Systeme ohne kostspielige Überprovisionierung nicht replizieren können.
Zu den wichtigsten Akteuren, die das Cloud-Bereitstellungssegment dominieren, gehören Temenos AG, deren SaaS-basierte Transact-Plattform bei Tier-2- und Tier-3-Banken, die schnelle Implementierungszeiten anstreben, erheblich an Zugkraft gewonnen hat, und Finastra, die ihre Fusion-Plattform aggressiv für Cloud-Migrationsprojekte mit globalen Finanzinstituten positioniert hat. FIS und Fiserv, Inc. haben beide die Entwicklung Cloud-nativer Produkte durch erhebliche F&E-Investitionen und strategische Akquisitionen beschleunigt, um mit reinen Cloud-Spezialisten zu konkurrieren, die bei digital fortschrittlichen Institutionen Marktanteile gewonnen haben.
Sicherheits- und Regulierungscompliance-Bedenken, die historisch als Haupthindernis für die Cloud-Adoption im Bankwesen dienten, wurden durch Fortschritte bei Verschlüsselung, Tokenisierung und regulierungskonformen Cloud-Umgebungen weitgehend beseitigt. Große Cloud-Hyperscaler – AWS, Microsoft Azure und Google Cloud – haben massiv in den Erwerb von Finanzdienstleistungs-Regulierungszertifizierungen in wichtigen Jurisdiktionen investiert, was es Kernbanken-Anbietern ermöglicht, konforme Cloud-Umgebungen anzubieten, die die Anforderungen von Zentralbanken und Aufsichtsbehörden in Märkten von der Europäischen Union bis Singapur und Australien erfüllen.
Das Hybrid-Cloud-Modell gewinnt bei großen globalen Banken, die regulatorische Datenresidenzanforderungen mit Modernisierungsnotwendigkeiten in Einklang bringen müssen, besondere Zugkraft. In dieser Architektur können geschäftskritische Transaktionsverarbeitung On-Premise oder in einer privaten Cloud verbleiben, während kundenorientierte digitale Kanäle, Analyse-Workloads und neue Produktentwicklungsumgebungen in der Public Cloud betrieben werden. Dieser pragmatische Ansatz erweitert den adressierbaren Markt für Cloud-orientierte Kernbankenlösungen über rein Greenfield- oder digital-native Bankimplementierungen hinaus.
Die Konsolidierung der Marktanteile innerhalb des Cloud-Bereitstellungssegments beschleunigt sich, da kleinere Anbieter die Ressourcen fehlen, um wettbewerbsfähige Feature-Roadmaps, Enterprise-Grade-Sicherheitszertifizierungen und eine globale Support-Infrastruktur, wie sie von Tier-1-Finanzinstituten gefordert wird, aufrechtzuerhalten. Das Segment wird voraussichtlich den Großteil des Netto-Neugeschäfts im Bereich der Kernbankensoftware innerhalb der nächsten drei Jahre ausmachen, was Cloud-Fähigkeit effektiv zu einer Grundvoraussetzung für Anbieter macht, die in diesem Markt wettbewerbsfähig bleiben wollen.