Die Lieferkette, die den Markt für elektrische Dreiräder stützt, ist eng mit dem breiteren EV-Komponenten-Ökosystem verknüpft und unterliegt daher denselben vorgelagerten Schwachstellen, die den Markt für Lithium-Ionen-Batterien und den Markt für Batteriemanagementsysteme weltweit betreffen.
Lithium ist der kritischste Rohstoffinput, dessen Preise im Zeitraum 2021–2024 erhebliche Volatilität aufwiesen. Die Preise für Lithiumcarbonat stiegen Ende 2022 auf Rekordhöhen von über 80.000 USD (ca. 74.400 €) pro metrischer Tonne, bevor sie Mitte 2024 stark auf unter 15.000 USD (ca. 13.950 €) pro metrischer Tonne korrigierten. Diese Volatilität führte zu einer erheblichen Margenkompression für Batteriehersteller, die das Ökosystem der elektrischen Dreirad-OEMs beliefern, insbesondere für diejenigen ohne langfristige Festpreis-Lieferverträge. Die primäre Bezugskonzentration im „Lithiumdreieck“ von Chile, Argentinien und Bolivien, neben australischen Hartgesteinsvorkommen, schafft eine geopolitische Exposition für asiatische Batteriezellenproduzenten.
Kobalt, das in NMC-Kathodenchemien verwendet wird, stellt einen weiteren Lieferrisikovektor dar. Die Demokratische Republik Kongo macht über 70 % der weltweiten Kobaltproduktion aus, was sowohl Risiken für die Lieferkontinuität als auch für die ESG-Konformität birgt. Als Reaktion darauf haben mehrere Batteriehersteller, die das elektrische Dreiradsegment beliefern, den Übergang zu LFP-Kathodenchemien (Lithium-Eisen-Phosphat) beschleunigt, die die Kobaltabhängigkeit vollständig eliminieren und gleichzeitig eine verbesserte thermische Stabilität bieten – ein kritisches Merkmal für Einsätze in Schwellenländern mit begrenzter Batteriemanagement-Sophistication.
Kupferkabelbäume, Seltenerdelemente für Motormagnete (insbesondere Neodym) und Halbleiterkomponenten für Leistungselektronik und Batteriemanagementsysteme stellen zusätzliche vorgelagerte Abhängigkeiten dar. Der globale Halbleitermangel von 2021–2023, der die Vierradproduktion zwar stärker beeinträchtigte, führte zu lokalisierten Verzögerungen in der Herstellung von elektrischen Dreirädern, da Motorsteuerungen und BMS-Chips für höhermargige Segmente priorisiert wurden.
Blei-Säure-Batterie-Lieferketten sind vergleichsweise lokalisierter und stabiler, wobei Blei überwiegend aus recycelten Sekundärquellen in wichtigen Märkten stammt. Der Markt für Blei-Säure-Batterien sieht sich jedoch strukturellen Gegenwind ausgesetzt, da die Einführung von Lithium-Ionen-Batterien beschleunigt wird, was langfristige Investitionen in die Erweiterung der Blei-Säure-Lieferkette begrenzt.
OEMs reagieren auf diese Dynamik durch vertikale Integrationsstrategien, lokale Batterie-Montagepartnerschaften und staatlich unterstützte Programme zur Diversifizierung kritischer Mineralien, insbesondere in Indien, wo das PLI-Programm (Production Linked Incentive) auf die heimische Batteriezellenfertigungskapazität abzielt.